C.G. Jung Gesellschaft Berlin
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Spiritualität bei Kindern und Jugendlichen (Vortrag)

2. März 2013 - 15:00 Uhr
Ev. Kirchenforum (Parochialkirche), Klosterstraße 66, 10179 Berlin
ReferentIn: Alexander von Gontard

Prof . von Gontard schreibt uns zu seinem Vortrag:
„Spiritualität wird als intrinsische Eigenschaft jedes Menschen verstanden, sich gegenüber transzendenten Erfahrungen zu öffnen. Sie ist deshalb auch bei Kindern und Jugendlichen vorhanden. Entgegen der Religiosität, die historischen und gesellschaftlichen Einflüssen unterliegt, ist die Spiritualität ubiquitär von jedem Menschen erfahrbar. Spiritualität kann sich bei Kindern und Jugendlichen in fünf Formen zeigen: Wundern und Staunen; philosophische Fragen; Weisheit; Verbundenheit; das Unsichtbare sehen.

Von C.G. Jung wurde Spiritualität als Numinoses bezeichnet – beide Begriffe können deshalb synonym verwendet werden. Die besondere Qualität der numinosen (oder spirituellen) Erfahrung deutet darauf hin, dass überpersönliche Bereiche der Psyche angesprochen werden. Numinose Erlebnisse können leicht bis überwältigend, positiv wie auch negativ gefärbt sein – und müssen integriert werden. Die numinose Erfahrung erfährt in der analytischen Psychologie C.G. Jungs eine besondere Wertschätzung. Trotz der Bedeutung in der Psychotherapie Erwachsener ist sie in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen wenig thematisiert worden.

Das Ziel dieses Vortrag ist es, die Bedeutung des Numinosen und der Spiritualität bei Kindern und Jugendlichen allgemein, sowie gezielt in der Psychotherapie aufzuzeigen. Neben einer Übersicht der empirischen Daten zu dem Thema werden Beispiele aus der Literatur, Biografien und historischen Dokumenten herangeführt. Fallvignetten aus verbalen Psychotherapien mit Kindern und Jugendlichen, sowie speziell aus der Sandspieltherapie werden präsentiert.

Literatur:
von Gontard, A.: Spiritualität von Kindern und Jugendlichen. Stuttgart, Kohlhammer Verlag, 2013
von Gontard, A.: Theorie und Praxis der Sandspieltherapie – ein Handbuch aus kinderpsychiatrischer und analytischer Sicht. Stuttgart, Kohlhammer Verlag, 2007

Univ.-Prof. Dr. med. Alexander von Gontard ist Facharzt für Kinderheilkunde, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, seit 2003 Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar. Intensive Beschäftigung mit Sandspieltherapie, Mitglied der ISST und DGST
Forschungsinteressen: Enuresis, Enkopresis, psychische Störungen im Vorschulalter, Psychotherapie, Psychiatrische Genetik. Veröffentlichungen: zahlreiche Bücher, Buchkapitel und internationale Publikationen.

Kostenbeitrag 10 / 8 / 5 €  (Gäste/Mitglieder und Rentner/Studierende und Erwerbslose)