C.G. Jung Gesellschaft Berlin
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Vortrag von Willy Obrist anlässlich unserer Gründung

08.03.2010
Willy Obrist

Willy Obrist

Anlässlich der Gründung unserer Gesellschaft am 7. März 2010 hat Willy Obrist unter diesem Titel einen Vortrag verfaßt, den er aufgrund seines hohen Alters nicht persönlich in Berlin halten konnte. Nach einem einführenden Interview mit Willy Obrist wurde der Vortrag auf der Gründungsveranstaltung der C.G. Jung Gesellschaft Berlin verlesen.

Es geht Obrist »um eine zeitgemässe Auffassung des Begriffspaares Materie und Geist«:

»Vorerst möchte ich die Tatsache ins Bewußtsein heben, dass Jung die Psychologie, die man bis dahin den Geistwissenschaften zugeordnet hatte, zu einer naturwissenschaftlichen Disziplin im vollen Sinn des Wortes gemacht hat.«

Das sei durch den »Nachweis der Artspezifität des Unbewußten« erfolgt, eingebettet in die Erkenntnisse der Verhaltensforschung über die unbewußten kognitiven Systeme. Dies betreffe den theoretischen Zweig der Psychologie, während der hermeneutische die Brücke zur Geisteswissenschaft bilde.

Der Vortrag zeigt auf, wie der grundlegende Dialog zwischen Jung und Pauli zum Materie-Geist-Problem sich fortsetzt über das ›komplementäre Denken‹ (Niels Bohr) und der Rede vom ›materiellen und geistigen Aspekt des einen raumzeitlischen Gebildes‹ bis zur Quintessenz: »Es gibt keine Materie ohne Geist« (s. die »Ordnung des Atoms«).

Obrist endet mit: »Die neue Weltsicht ist nicht mehr dualistisch sondern unistisch im Sinn von Unio – Vereinigung der Gegensätze. Sie entspricht somit jener Sicht der Wirklichkeit, um die C.G. Jung während Jahren gerungen hat.«

Es ist eine Fortführung dieser Thematik im Rahmen einer Arbeitsgruppe geplant. Der vollständige Vortrag ist hier nachzulesen.