C.G. Jung Gesellschaft Berlin
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Workshop: Annäherungen an ein modernes Gottesbild

29. Januar 2011 - 10:00 Uhr
Ev. Kirchenforum (Parochialkirche), Klosterstraße 66, 10179 Berlin
ReferentIn: Prof. Luigi Luisi / Bruder David Steindl-Rast

Man hat einmal gesagt, das Beste was C. G. Jung gemacht habe war, dass er keine neue Religion gegründet hat. Jung verstand sich als Empiriker und Naturwissenschaftler der Seele. Als er in hohem Alter gefragt wurde, ob er an Gott glaube, sagte er: „Ich glaube nicht, ich weiß“. Damit meinte er, dass Gott eine psychische Tatsache sei, weil beinahe alle Menschen aller Zeiten ein Gottesbild hatten. Über die „reale“ Existenz eines Gottes könne er keine Aussagen machen.

Andererseits sagte Jung, das Selbst sei für ihn nicht nur das Zentrum jeder individuellen Psyche, sondern auch eine allumfassende und zeitlose Ganzheit. Damit berühren sich seine Gedanken mit solchen der zeitgenössischen Naturwissenschaft. Wolfgang Pauli, Ernst Schrödinger, Albert Einstein,  Hans Peter Dürr oder Mani Bhaumik haben über solche Parallelen nachgedacht und sind zu manchmal erstaunlichen Schlüssen gekommen.

In dem Workshop soll es um unsere Fragen, Zweifel und Hoffnungen gehen. Geplant ist ein Austausch in kleinen Gruppen. Für Fragen stehen mit Prof. Luisi und Bruder David zwei ausgewiesene Kenner der Thematik zur Verfügung. Dr. Jörg Rasche wird moderieren.

Spezialkenntnisse sind nicht notwendig, doch die Bereitschaft zu fragen und sich ein eigenes Bild zu machen.

Prof. Luigi Luisi war lange Zeit Professor für makromolekulare Chemie an der ETH Zürich und an der Universität Rom. Er ist Gründer der jährlichen Cortona-Wochen der ETH Zürich für interdisziplinären Austausch und Gründungsmitglied des internationalen Life and Mind Instituts mit seinen regelmäßigen Arbeitstreffen beim SH Dalai Lama in Indien. Seine Forschungen zum Ursprung und der Emergenz des Lebens haben ihn weltweit bekannt gemacht. Luisi hat zahlreiche Bücher und wiisenschaftliche Publikationen verfasst. Wichtig war für ihn die lange Freundschaft und Zusammenarbeit mit Francisco Varela. Prof. Luisi lebt in Rom und auf Elba.

Bruder David Steindl-Rast stammt aus Wien. Er lebt in den USA als Bendiktinermönch. In Wien schloss er ein Kunst- und Psycholgiestudium ab, bevor er Mönch wurde und in die USA ging. Von 1965 an studierte er Buddhismus und Zen und engagiert sich ifür den interreligiösen Dialog. Gmeinsam mit Rabbinern, Buddhisten, Hindus und Sufis gründete er 1968 das Center for Spiritual Studies. Für sein Engagement erhielt er 1975 den Martin Buber Award. Er gründete verschiedene Institutionen und schrieb zahlreiche Bücher, unter anderem zusammen mit dem Physiker Fritjof Capra. Er vertritt eine pluralistische Religionstheologie, nach der weder das Christentum noch eine andere Religion einen Alleinvertretungsanspruch haben können. Wenn Bruder David nicht auf Vortragsreisen unterwegs ist, lebt er als Eremit.

Jörg Rasche ist Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse, und Psychotherapie. Er absolvierte die Jungianische Ausbildung in Berlin und Zürich. Er arbeitet als Kinderpsychiater im Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf und als Analytiker in eigener Praxis. Er ist Dozent am Berliner C.G.Jung-Institut und teaching member der deutschen und internationalen Gesellschaften für Sandspieltherapie DGST/ISST. Er war lange Vorsitzender der DGAP und zuletzt Vizepräsident der IAAP. Er ist Gründungsmitglied der C.G.Jung-Gesellschaft Berlin. Veröffentlichungen zu Musik und Psychoanalyse, Mythologie und Kultur. Die vielen Begegnungen mit Prof. Luisi und Bruder David haben ihn tief geprägt.

Kostenbeitrag: 30 € Gäste, 20 € Mitglieder
Anmeldung: post {@} jungberlin.de