C.G. Jung Gesellschaft Berlin
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Frauen weben das Netz – Zur sozialrechtlichen Stellung der Frau bei den nordarabischen Beduinen (Vortrag)

8. Juni 2013 - 15:00 Uhr
Ev. Kirchenforum (Parochialkirche), Klosterstraße 66, 10179 Berlin
ReferentIn: Dr. Hortense Reintjens

Frau Dr. Reintjens war im vergangenen Jahr bei uns zu einem Vortrag über sibirischen Schamanismus, der uns bestens in Erinnerung geblieben ist und dazu geführt hat, sie zu bitten, erneut zu uns zu kommen, um über ihre ethnologischen Studien zu berichten.

Sie schreibt uns dazu:
„Männer stellen den Stamm, Frauen weben das Netz“ ist ein Beduinensprichwort, das die überragende Bedeutung der Frauen im kulturellen Beziehungsgeflecht betont. Unter Beduinen sind strictu sensu nomadisierende, reiterkriegerische Kamelhirtenstämme arabischer Herkunft zu verstehen, deren Streifgebiete, – einst im eurasischen Halbwüstengürtel – nur noch in der Wüste Saudiarabiens zu finden sind. Der Anfang dieser Wirtschafts- und Daseinsform wird um ca. 1500 vor unserer Zeitrechnung angesetzt. Die Achse der Lebensgemeinschaft bildet die Blutsverwandtschaft, die das „Markenzeichen“ der Identität bis heute stellt. Die maternale Linie ist gleich wichtig wie die paternale. Das Beduinentum kennt eine geschlechtsspezifisch separierte Arbeits- und Lebenswelt, in der die Frauen gleichberechtigt sind. Der Vortrag versucht eine Skizze des Lebenszyklus der Frau, ihres sakrosankten Status und der Institutionen und Rollen, die Sprichwort bestätigen: Frauen weben das Netz.“