C.G. Jung Gesellschaft Berlin
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» Geschwisterliebe« (Vortrag)

21. November 2015 - 15:00 Uhr
Ev. Kirchenforum (Parochialkirche), Klosterstraße 66, 10179 Berlin
ReferentIn: Prof. Dr. Ingrid Riedel

Frau Prof. Riedel schreibt uns dazu:
»Es gibt diese tragische Konstellation: Dass die emotionale Bindung zwischen Bruder und Schwester so intensiv ist, dass dadurch eine künftige Partnerbeziehung für beide behindert und sogar verhindert wird.

Eine solche Bindung bestand zwischen Georg Trakl und seiner Schwester, eine Geschwisterliebe, die von beiden als unlösbar empfunden und erlebt wurde, die aber in Georg Trakls Gedichten einen berührenden und transformierenden schöpferischen Ausdruck fand.

In meinem Vortrag möchte ich diese Konstellation zwischen Geschwistern anhand von Trakls Gedichten und Erich Neumanns tiefenpsychologischen Reflexionen einfühlbar machen und Überlegungen für einen therapeutischen Umgang mit derart schicksalhaften Verstrickungen anschließen.

Im anschließenden Workshop möchte ich dazu anregen, zu den faszinierenden Sprachbildern einiger der Natur- Gedichte Georg Trakls  eigene Bilder zu malen und zu gestalten.«

Zur Person:
Prof. Dr. theol. Dr. phil. Ingrid Riedel arbeitet als Psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis in Konstanz am Bodensee. Sie ist Lehranalytikerin und Supervisorin an den C.G. Jung Instituten in Zürich und Stuttgart sowie Honorarprofessorin für Religionspsychologie an der Universität Frankfurt/M. Zahlreiche Veröffentlichungen. Darunter auch Bücher über Maltherapie (z.B. „Maltherapie: Eine Einführung auf der Basis der Analytischen Psychologie von C.G. Jung“ im Kreuzverlag.) Einer ihrer Grundgedanken:  Indem sich im Erwachsenen beim Malen das schöpferische Kind wieder rührt, konstelliert sich zugleich der Kind-Archetyp, der große Heilungskräfte entbinden kann. Der Archetyp des Kindes ist ein Symbol des Werdens und der Zukunft. Als Therapie bietet sich das Malen und dazu das Imaginieren und Besprechen der Bilder überall dort an, wo neue Konstellationen und psychische Entwicklungen sich bemerkbar. Das Malen aus dem Unbewussten macht den Menschen schöpferisch, auch den, der von Misserfolgen im schulischen Zeichenunterricht eher noch Blockierungen gegenüber dem Malen mitbringen mag.