C.G. Jung Gesellschaft Berlin
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Voodoo – die Botschaft der schwarzen Götter. Zu Religion und Gesellschaft in der Karibik

21. Januar 2012 - 18:00 Uhr
Ev. Kirchenforum (Parochialkirche), Klosterstraße 66, 10179 Berlin
ReferentIn: Dr. med. Uwe Langendorf

Der Vortrag gibt eine Einführung in Mythologie und Rituale des afroamerikanischen Kultes auf Haiti. Die westafrikanischen Religionen wurden mit dem Sklavenhandel seit dem 17.Jahrhundert auf die Zuckerrohrinsel importiert, wie auch auf die übrigen Inseln der Karibik und Nordbrasilien. Trotz Verbot und Verfolgung haben sie diese Kulte erhalten und , vermischt mit katholischen und indianischen Elementen, bis zu den heutigen Formen von Religiosität entwickelt, die auf Haiti mit „Voodoo“ bezeichnet werden.. Hauptsächlich dieser Religion verdankten die über Jahrhunderte unterdrückten Sklaven den Erhalt ihrer Identität. Von den Europäern  wurde Voodoo als grausame, barbarische „Primitivkultur“ fantasiert, nicht ohne einen wollüstigen Schauder, wozu vor allem die Geschichten von Lebenden Leichnamen, den „Zombies“, beitrugen.

Psychologisch besonders interessant ist Voodoo wegen seiner rituellen Kultivierung der Besessenheit, die, anders als im Christentum und im Islam, nicht als Übel oder Pakt mit dem „Bösen“, sondern als positive Fähigkeit eingeübt wurde, mit den spirituellen Mächten in Verbindung zu treten.

Uns Europäern tritt der Voodoo als etwas ganz und gar Fremdes gegenüber, in dem wir aber „wie in einem dunklen Spiegel“ etwas von unserer eigenen Geschichte erkennen können.

Dr. med. Uwe Langendorf ist analytischer Psychotherapeut, Dozent am C. G.. Jung-Institut Berlin und in der Gesellschaft für Psychohistorische Forschung tätig. Seine Interessenschwerpunkte sind Ethnologie und Fragen der Zeitgeschichte.

Kostenbeitrag: 10 / 8 / 5 €  (Gäste / Mitglieder und Rentner / Studierende)