C.G. Jung Gesellschaft Berlin
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»Lust und Macht –ein ostdeutscher Blick. Gleichberechtigung und Emanzipation in der DDR«

23. Oktober 2021 - 14:00 Uhr
Evangelisches Kirchenforum Stadtmitte an der Parochialkirche, Klosterstr. 66, 10179 Berlin
ReferentIn: Dr. rer. nat. Susanne Rothmaler, Susanne Steinhoff

Unsere Referentin schreibt dazu:

Anhand von eigenen Aufzeichnungen und Vorträgen aus den achtziger Jahren und der Wendezeit um 1990, die wie Zeitdokumente des ostdeutschen Emanzipationsverständnisses angesehen werden, wird das Ringen um die Gleichstellung der DDR- Frau im Alltagsleben und ihr daraus erwachsenes Selbstverständnis als Berufstätige, als Liebespartnerin und als Mutter dargestellt. Die lebenslange Freundin der Autorin aus dem Westen, die damals jährlich mehrfach zu Besuch kam, erinnert sich an ihren westdeutsch-kritischen Blick auf die damaligen Mann-Frau, Familien- und Freundschafts-Beziehungen in der DDR.
Die einst vom DDR-Staat gesetzlich geregelte Gleichberechtigung der Frau wird so mit ihren progressiven und destruktiven Auswirkungen, die bis in die heutige Zeit reichen, dargestellt. Sie unterscheidet sich sehr deutlich von der westdeutschen Emanzipationsgeschichte und der Vergleich lädt nach wie vor zu Diskussionen zwischen Ost und West ein, die erfahrungsgemäß sehr emotional verlaufen.

Zu den Personen:

Dr. rer. nat. Susanne Rothmaler arbeitet als Psychoanalytikerin (Einzel- und Gruppentherapie, DPG) seit 18 Jahren in eigener Praxis. Sie ist Dozentin am Institut für Psychotherapie/Goertzallee, sowie Dozentin, Lehrtherapeutin und Supervisorin an der Psychologischen Hochschule Berlin und BAP.
Geboren in Greifswald 1953, studierte sie zunächst Kybernetik in Kiew/Ukraine (ehem. UDSSR), dann klinische Psychologie an der Humboldt-Universität/Berlin. Dort promovierte sie in Entwicklungspsychologie und Frühdiagnostik.
1985 endete ihre akademische Karriere, da sie sich weigerte der Partei ( SED) beizutreten.
Sie arbeitete seit 1988 in einer DDR-Poliklinik im Bereich Psychosomatik der Gynäkologie und Fertilitätsbehandlung.
1989 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern des Neuen Forums und gründete die erste nicht staatliche Kita als Elterninitiativ-Kita.

Am 9.November 1989, am Tag des Mauerfalls hielt sie einen Vortrag vor psychosomatisch orientierten Ärzten der DDR zum Thema: „Die sexuelle Verweigerung der Frau im Sozialismus“!
1991 wurde sie eine der ersten Ausbildungskandidatinnen aus der ehemaligen DDR am Psychoanalytischen Institut Berlin (PaIB) und machte dort 2000 Examen.
Von 2002 -2003 machte sie eine Fortbildung in „Transference Focussed Psychotherapie bei Otto Kernberg in NewYork.

Geschlechterentwicklung und- Identität sind ihre besonderen Interessengebiete.

Sie war viele Jahre weitgehend alleinerziehende Mutter; ihre erste Tochter wurde kurz nach dem Abitur geboren, 1980 die zweite Tochter und 1986 ein Sohn.

Sie baute und lebt heute mit Kindern und Enkelkindern im 3 Generationen Haus, ist begeisterte Großmutter von 6 Enkelkindern und tanzt seit 20 Jahren Tango.

Susanne Steinhoff ist Mitarbeiterin im autonomen Frauenhaus in Flensburg. Sie wurde 1956 in Bayreuth geboren und wuchs in Flensburg auf, wo sie auch noch heute, wie sie uns schreibt, gerne lebt.
Nach mittlerer Reife am Gymnasium machte sie eine Ausbildung zur Arzthelferin in einer pädiatrischen Praxis. Dann ließ sie sich in Berlin zur Beschäftigungstherapeutin (jetzt Ergotherapeutin) ausbilden und arbeitete in einer Werkstatt für behinderte Menschen und einem sogenannten „Sonderkindergarten“.
Seit 1985 arbeitet sie im autonomen Frauenhaus/Flensburg.

Sie ist aufgewachsen in einer sozialdemokratischen Familie und entwickelte früh politisches Interesse. Sie schreibt uns: „Angefangen mit Rot-Punkt-Kampagnen über die Anti-AKW- Bewegung, Friedensbewegung, Hausbesetzerszene, Frauenbewegung führe ich bis heute ein politisch aktives Leben.“

Kostenbeitrag 12 / 10 / 8 € (Gäste/Mitglieder/Studierende und Erwerbslose)

Bei Teilnahme an beiden Veranstaltungen (Vormittag und Nachmittag) 20/16/12 € (Gäste/Mitglieder/Studierende und Erwerbslose)

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