C.G. Jung Gesellschaft Berlin
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Vortrag mit Musik und Bildern: »Pink Floyd: „Echoes“ aus dem Unbewussten«

13. Februar 2022 - 11:00 Uhr
Evangelisches Kirchenforum Stadtmitte an der Parochialkirche, Klosterstr. 66, 10179 Berlin
ReferentIn: Dr. med. Manfred Krapp

Das 1971 auf der LP „Meddle“ erschienene „Echoes“ ist das erste große Meisterwerk von Pink Floyd. In meinem Vortrag möchte ich die musikalische, sprachliche und visuelle (Plattencover) Symbolik dieser kollektiv erstellten Komposition interpretieren, die den Charakter einer symphonischen Suite hat. Auch in ihr findet unbewusst eine Auseinandersetzung mit der psychotischen Erkrankung von Syd Barrett, dem Gründungsmitglied und ehemals kreativen Kopf der Band, statt. Dieses traumatische Ereignis von 1967 hat tiefe Spuren in vielen Werken von Pink Floyd hinterlassen.

In „Echoes“ ereignet sich ein Zerfall der musikalischen Gestalt, der mit psychedelischen Klängen ins Positive transformiert wird. Ihm entspricht der „Gestaltzerfall“ (Conrad) in einer paranoid-halluzinatorischen Psychose, das ist die Entdifferenzierung von Erleben und Verhalten. Über die Musik versucht die Gruppe die in ihrem gemeinsamen Unbewussten weiterhin präsente Psychose von Barrett zu heilen. Aus Sicht der analytischen Psychologie handelt es sich um die archetypische Dynamik der Nachtmeerfahrt als „Stirb und Werde“, „Durch Nacht zum Licht“ oder „solve et coagula“ (Löse und verbinde), dem Leitmotto der Alchemie.

„Echoes“ setzt dies in seiner reichhaltigen Symbolik eindrucksvoll um. Die den Gestaltzerfall transformierenden psychedelischen Klänge sind hier ein Pendant zur „halluzinatorischen Formkonstante“ (Klüver), das sind rhythmische, geometrisch-ornamentale Formen, oft von Mandalaform, die die psychedelische Wahrnehmung charakterisieren. Sie lassen sich in der psychedelischen Kunst, in den Bildnern psychotisch Kranker und auch im Roten Buch von C. G. Jung auffinden. Aus „auflösenden“ Klangexperimenten emergieren musikalische, rhythmisch-ornamentale Bewegungsmuster.

In „Echoes“ ist Pink Floyd nach dem Verlust von Syd Barrett erstmals zu sich selbst gekommen. Es ist der entscheidende Wegbereiter für die Welterfolge von „Dark Side of the Moon“ und „Wish You Were Here“.

Zur Person:

Dr. med. Manfred Krapp ist Facharzt für Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, und jungianischer Psychoanalytiker mit eigener Praxis in Berlin. Promotion bei Prof. G. Benedetti über bildnerische Gestaltungen von psychotisch Kranken. Dozent am C.G. Jung-Institut in Zürich.
Buchveröffentlichungen: ICH – DU – WIR: Zur bildnerischen Symbolik von therapeutischen Transformationsprozessen in Gruppen. Opus Magnum 2010

„…Mädchen von goldenem Körper…“. „Das Girl von Ipanema“ als Seelenbild. Ibidem-Verlag 2016

Kostenbeitrag 12 / 10 / 8 €  (Gäste/Mitglieder/Studierende und Erwerbslose)

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