C.G. Jung Gesellschaft Berlin
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Weibliche Visionen für eine Gesellschaft in Balance – Matriarchale Gesellschaften und was wir von ihnen lernen können

31. Mai 2026 - 10:30 Uhr
Evangelisches Kirchenforum Stadtmitte an der Parochialkirche, Klosterstr. 66, 10179 Berlin
Referent: Maria-Luise Oberem, Ph.D. und Brigitta Ganz

 

Weibliche Visionen für eine Gesellschaft in Balance – Matriarchale Gesellschaften und was wir von ihnen lernen können

Sonntag, 31.05.2026, 10:30-15 UhrVortrag, Gruppendiskussion, Kreistanzim Evangelischen Kirchenforum Stadtmitte an der Parochialkirche, Klosterstr. 66, 10179 Berlin // U Klosterstraße / U+S JannowitzbrückeTeilnahmegebühr 35 / 30 / 25 Euro (Gäste / Mitglieder / Studenten, andere)

 

 

We must refocus our collective memory. The necessity of this has never been greater as we discover that the path of ‚progress‘ is extinguishing the very conditions for life on earth.

Marija Gimbutas

Die Vision einer matriarchalen Zukunft (beruht) auf realen matriarchalen Gesellschaften der Gegenwart und der Vergangenheit, die es lange Zeit gab und die in einigen Teilen der Welt immer noch existieren. Sie gehören zum Erbe der Menschheit und bilden die Grundlage und das genaue Wissen, damit wir uns eine matriarchale Zukunft vorstellen können.

Heide Göttner – Abendroth

Another world is not only possible, she is on her way. On a quiet day, I can hear her breathing.

Arundhati Roy

Gibt es Alternativen zu den derzeitigen gesellschaftlichen Strukturen, die auf sozialer Ebene zunehmend Ungleichheit befördern, auf politischer Ebene Dauerkrisen diskutieren, auf wirtschaftlicher Ebene maximale Profite erstreben, dabei Mangel kreieren, auf ökologischer Ebene die Natur zerstören und weltweit die Anzahl politischer Konflikte (1450) und Kriege (89) in die Höhe treiben?

Viele Menschen haben erkannt, dass gesellschaftliche Veränderungen dringend Not-wendig sind und haben sich bereits auf den Weg gemacht, doch wir hören nur selten über ihre Aktivitäten.

Welche Bewegungen existieren, die andere Sozialstrukturen, Gesellschafts- und Wirtschaftsordnungen und Lebensweisen bereits erproben ?

Warum sind weibliche Visionen für eine Gesellschaft in Balance heutzutage von elementarer Bedeutung?

In Erkundung dieser Fragen werden wir uns auf eine Spurensuche begeben nach matriarchalen Mustern in der historischen Spirale der Zeit, die uns bis in die Gegenwart führt. Dabei folgen wir einem interdisziplinären Ansatz:

Ausgehend von den Erkenntnissen der Frühgeschichte, insbesondere durch Marija Gimbutas, Archäologin und Mythologin; der langjährigen Erforschung matriarchaler Gesellschaften der Gegenwart und Vergangenheit durch Heide Göttner-Abendroth, Begründerin der Modernen Matriarcharchtsforschung, und unter Einbeziehung der Kultur der mütterlichen Gabe von Genevieve Vaughan (Maternal Gift Economy), sowie den Erkenntnissen der Tiefenpsychologie (Harding, Woodman, Beane Rutter, Stromstedt, u.a.) werden wir in diesem Seminar erkunden, wodurch sich matriarchale Gesellschaften auszeichnen, was das Besondere an ihnen ist, auf welchen Werten sie beruhen, welche Merkmale sie kennzeichen, welches Weltbild ihnen zugrunde liegt, wo sie heute in moderner Form existieren, und was wir von ihnen lernen können.

Seit frühester Zeit haben sich Menschen matriarchal organisiert und tun dies immer noch, in vielen Teilen der Welt. Matriarchate sind keine Utopien, sondern real existierende, egalitäre, friedvolle, das Leben achtende und erhaltende Gesellschaften. Es werden grundlegende Begriffe und Prinzipien matriarchaler Kulturen vorgestellt und diese anhand konkreter Beispiele erläutert.

Tanz, Musik und Gesang gehören seit frühester Zeit zu unserem Leben. Sie sind verkörperter Ausdruck der Seele. Zeremonien, Rituale und Kreistänze bilden Teil unseres kulturellen Erbes aus matriarchalen Zeiten. Sie werden auch in diesem Seminar in Form von einfachen Tänzen und Liedern integriert. Hierfür sind das Tragen von bequemer Kleidung und Schuhen empfehlenswert.

In der Verbindung von Archäo-Mythologie, moderner Matriarchatsforschung und der Tiefenpsychologie, sowie unter Einbeziehung direkter, leiblicher Erfahrungen im Tanz, können wir auf ganzheitliche Weise unser Bewußt(es)-Sein, er-leben, Körper, Seele und Geist miteinander verbinden, altes Wissen wieder aufspüren und es für die heutige Zeit neu erkunden und erproben.

Hieraus ergeben sich veränderte Blickwinkel, erschliessen sich uns neue Perspektiven, unerwartete Denkräume öffnen sich, die uns bereichern, auf individueller wie kollektiver Ebene, uns hoffnungsvoll stimmen und uns erlauben, die Zukunft auf eine des Lebens würdige Art und Weise, selbstbestimmt zu gestalten.

Maria-Luise Oberem, Ph.D.

ist Psychologin und ausgebildete Tanz- und Bewegungstherapeutin mit einer Zusatzausbildung in Authentischer Bewegung. In ihrem breitgefächerten Schaffen bündeln sich langjährige Arbeit im klinischen Bereich, Dozententätigkeit in Amerika, Österreich, England und den Niederlanden, sowie internationale Tanz- und Performance-Erfahrungen. Ihre heutigen Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Moderne Matriarchatsstudien, weibliche Spiritualität und Mythologie.

Brigitta Ganz

ist seit 21 Jahren Dozentin für Meditation des Tanzes. Neben ihrer Ausbildung in verschiedenen Tanzstilen sowie an der Akadamie für Bewegung und Bewusstsein unter Nanni Kloke, war sie bis 2022 in 25-jähriger heilpraktischer Tätigkeit und studierte ausserdem Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Soziologie. Das Werk C.G. Jungs begleitet sie seit Jahrzehnten.

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