C.G. Jung Gesellschaft Berlin
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  • Musizieren und Gesundheit

    Von Jörg Rasche · 18.08.2010

    Es scheint zu unseren menschlichen Anlagen zu gehören, dass wir etwas erst ganz erkennen und zu schätzen vermögen, wenn es gerade zu Ende geht oder schon vergangen ist. Die benediktinische Regel des memento mori (Denke an das Sterben) macht daraus eine Aufgabe: Jeden Augenblick des Lebens so zu leben, als sei er der letzte. Das heißt, das Vergehen des Augenblicks zu bejahen, ihn loszulassen, um ihn dadurch ganz und bleibend zu gewinnen. Wir sind in die Zeit hineingeworfen wie in einen Fluss, der uns mitnimmt und nichts lässt, wie es ist. Ich erinnere mich, wie seltsam berührt ich in meiner Jugend war, wenn ältere Menschen in ausgelassener Stimmung sangen: „So ein Tag, so wunderschön wie heute, der sollte nie vergehn.“ Ich dachte: Davon kann man doch nicht so fröhlich singen, dass dieser Tag vorbei geht. Sollte man nicht davon schweigen? Ich fand diese Erwachsenen sonderbar, um von der Banalität der Musik nicht zu reden, über die ich mich erhaben fühlte.
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  • »Mit etwas mehr Verständnis für die Psyche wären wir heute nicht in solchen Schwierigkeiten«

    Von Christina Pautsch · 06.08.2010

    Das nachfolgende Interview führte ich mit Dr. Thomas B. Kirsch am 10. Juli 2008 bei seinem Besuch in Berlin. Es erschien erstmals in: Henning Weyerstraß/Dieter Klein: Jung heute. Köln, 2008.

    Thomas Kirsch ist Psychiater und Jung‘scher Anytiker aus Kalifornien, der vielen v.a. durch sein Buch »C.G. Jung und seine Nachfolger« bekannt geworden ist. Als Sohn der beiden Analytiker erster Generation James und Hilde Kirsch, die ihre analytische Arbeit in den 1930er Jahren bei Jung in Zürich begannen, ist er mit der Analytischen Psychologie quasi groß geworden.

    In unserem Gespräch befragte ich Thomas B. Kirsch zu den Themen, die mich als Kulturwissenschaftlerin mit Jung’scher Prägung besonders interessierten. Weiterlesen »

  • Fahren Sie nach Jerusalem!

    Von Jörg Rasche · 12.07.2010

    Im Januar 2009, während des Gaza-Krieges, war ich mit meiner Frau in Israel. Die 10 Tage haben mich verändert. Ich lebe in Berlin, bin Arzt, Kinderpsychiater und Psychoanalytiker. Meine Frau ist Frauenärztin. Wir haben drei wunderbare Kinder. Ich bin schon weit herumgekommen, doch Israel hat mich aufgeweckt. Ich war das erste Mal dort. Unsere Tochter (19) wollte uns wegen des Kriegs nicht fliegen lassen. Doch die Einladung der Hebrew -Universität stand schon länger fest. Der Anlass, nun endlich die Kollegen und Freunde bei sich in Israel zu besuchen, war willkommen. Wir hatten auch keine Angst.
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  • Die Leinwand als Projektionsfläche: Der Einfluss C. G. Jungs in den Filmen von Frederico Fellini

    Von Christina Pautsch · 02.07.2010

    Seine Filme sind prächtig und fantastisch, verwirrend und verzaubernd, hoch gelobt und oftmals unverstanden. Frederico Fellini, der Zauberkünstler des europäischen Autorenkinos, ist eine wahre Ausnahmeerscheinung unter den Filmemachern, die an Ideenreichtum und technischer Perfektion bis heute ihresgleichen sucht. C. G. Jung ist, wenn auch nur indirekt, daran nicht unbeteiligt. Ebenso wie Fellini in Jungs Werk einen Schlüssel zu seiner verborgenen Schöpfungskraft fand, eröffnet selbiges uns heute ein tieferes Verständnis für das Werk Fellinis.
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  • C.G. Jung und die Naturwissenschaft

    Von Willy Obrist · 08.03.2010

    Anlässlich der Gründung der Berliner C.G. Jung-Gesellschaft wünschte sich Dr. Volker Hansen von mir einen Artikel zum Thema ‚Jung und die Naturwissenschaft’. Hierzu kommen wohl vielen zuerst die Gespräche, die Jung mit Wolfgang Pauli geführt hat in den Sinn. Auf diese werde ich später eingehen, insbesondere auf deren Stellenwert im Rahmen des Bemühens um eine zeitgemässe Auffassung des Begriffspaares Materie und Geist. Vorerst möchte ich aber die Tatsache ins Bewusstsein heben, dass Jung die Psychologie, die man bis dahin den Geistwissenschaften zugeordnet hatte, zu einer naturwissenschaftlichen Disziplin im vollen Sinn des Wortes gemacht hat. Weiterlesen »